Brigittenau

Schließung des Lorenz-Böhler-Spitals abgewendet

Bild: Filip Worotynski

Die Proteste der Brigittenauerinnen und Brigittenauer sowie der SPÖ waren erfolgreich.

Lange Zeit wurde über die Zukunft des Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhauses verhandelt, im Gespräch standen die Schließung und Verlegung wichtiger Bereiche in das Donauspital. Schwerverletzte sollten ab sofort im Meidlinger Unfallkrankenhaus behandelt werden und das Lorenz-Böhler-Krankenhaus in ein Ambulanzzentrum umgewandelt werden.

Ende des Vorjahres ist die Entscheidung gefallen, jetzt auch offiziell bestätigt: der Standort in der Brigittenau ist gesichert. Zukünftig soll das Krankenhaus als  Grundversorgungsspital weitergeführt werden. Der Schwerpunkt soll auf planbaren Operationen liegen, Patientinnen und Patienten mit weniger schweren Verletzungen sollen in einer Ambulanz mit Tagesklinik behandelt werden können, schreibt der ORF. Gleichzeitig würden Akutbetten reduziert und Nachsorgebetten aufgestockt. Das Netz der Traumaversorgung solle so in Wien sinnvoller organisiert werden. Vorübergehend tritt auch der bereits stillgelegte Schockraum wieder in Betrieb, um das Unfallkrankenhaus Meidling während des Umbaus des Helikopter-Landeplatzes zu entlasten.

Die SPÖ hat sich im vergangenen Jahr stark für die Erhaltung des Standortes eingesetzt und unter anderem eine große Medienaktion in Form einer Menschenkette um das Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhauses gestartet. Mitbeteiligt waren auch die Gemeinderät_innen Erich Valentin (SPÖ) und Yvonne Rychly (VIDA), sie heben im Gespräch auch den erfolgreichen Schulterschluss von SPÖ und Gewerkschaft hervor:

„Gerade im Jahr der Corona-Pandemie war die angedeutete Schließung des Krankenhauses für die Bevölkerung zu viel. Das ermöglichte auch den überwältigenden Erfolg der
Menschenkette rund um das UKH. Hunderte Menschen haben durch persönlichen Einsatz ein deutliches Zeichen gesetzt, um den Bestand
ihrer medizinischen Versorgung zu sichern.“

Bezirksvorsteher Hannes Derfler zeigt sich ähnlich erleichtert:

„Abgesehen von einem völlig falschen Signal in Corona-Zeiten, hätte das Zusperren der Klinik katastrophale Auswirkungen auf die medizinische Versorgung der Brigittenauerinnen und Brigittenauer gehabt. Ich bin erleichtert, dass nun die ärztliche Expertise für den 20. Bezirk nicht verloren geht.“